Auslandsaufenthalte

MEIN JAHR IN LOVELAND / COLORADO / USA!










Seit mehr als sieben Monaten lebe ich nun schon den amerikanischen Traum eines Teenagers!

Im August letzten Jahres ging die große Reise los: erst für drei Tage nach New York und dann weiter nach Colorado, mitten in die Rocky Mountains. 

Hier lebe ich nun in Loveland, Colorado, USA, mit meiner Gastfamilie. Das Haus, in dem ich wohne, ist typisch amerikanisch und sehr groß. Zu meiner Familie gehören Mutter, Vater und meine 18-jährige Schwester Katie, mit der ich mich super verstehe, da wir schnell zu richtigen Schwestern und besten Freundinnen geworden sind. Des öfteren fahren wir nach Missouri, USA, um den Rest meiner Gastfamilie, darunter meinen 20-jährigen Gastbruder und Großeltern, zu besuchen.

Natürlich gibt es zwischen Deutschland und Amerika manchmal ziemlich deutliche Unterschiede, was Haushalt, Kultur etc. betrifft. Zum Beispiel beten wir vor dem Abendessen und gehen fast jeden Sonntag in die Kirche. Aber wenn ich von Kirche spreche, könnte ich es eigentlich Konzert oder Party nennen. Mich erinnert es immer an einen New Yorker Mini-Times Square, aufgrund all der Bildschirme und Lichteffekte. Bevor der Pastor mit seiner Predigt beginnt, die manchmal auch von Winnie Pooh oder Spongebob handeln kann, spielt eine Band christliche Rockmusik, mit Nebelmaschine, Laserstrahlen und kreischendem Publikum.

Genauso geht es auch bei den Football-, Basketballspielen und Wrestlekämpfen meiner Schule zu. Letzten Herbst, während der Footballsaison, haben wir uns jeden Freitag schwarz und rot angezogen und geschminkt (die Farben meiner Schule) und möglichst viel „Indian-Spirit“ gezeigt. Einer der besten Momente war immer, wenn Publikum, Team, Cheerleader und alle anderen die amerikanische Nationalhymne gesungen haben und man diesen bekannten „School Spirit“ live miterlebt hat, Gänsehaut pur!

High School im Allgemeinen ist eine Erfahrung, die jeder eigentlich für wenigstens einen Tag einmal machen müsste. In Amerika ist Schule mehr: Freizeit und Spaß gehören dazu! Die Lehrer bemühen sich um jeden einzelnen und sind so etwas wie Freunde, bis auf einige Ausnahmen. Schule heißt: Lernen, Freunde treffen und gemeinsam Sport treiben, weshalb ich amerikanische Schule und Amerikaner auch als sozialer empfinde. Seit meinem ersten Tag in der Loveland High School kommen immer wieder Leute auf mich zu, Gespräche finden statt und Freundschaften bauen sich auf, da man auch in jeder „class“ verschiedene Menschen kennenlernt. Die Vielfalt der Klassen, die ich zur Auswahl hatte, ist enorm. Man kann nicht nur „Kochen“ wählen, sondern hat die Wahl zwischen „Asiatischer Küche“, „Vegetarischer Küche“ oder auch „Amerikanischer Küche“ etc., was es ziemlich kompliziert macht.

Hätte ich mal die Klasse „Gesundes Kochen“ gewählt, denn amerikanisches Essen ist ja doch etwas anders: durchgehend Burger King, Subway, KFC und Taco Bell wird nach einiger Zeit dann doch etwas langweilig. Aber auch McDonalds hat Salat...

Seitdem ich hier bin, habe ich schon so viele (neue) tolle Dinge erlebt! Da ich mitten in den Rocky Mountains lebe, war ich im Winter oft an den Wochenenden Ski fahren. Meistens mit meiner Betreuerin meiner Organisation und ein paar anderen Austauschschülern, einem Mix aus Deutschen und Skandinaviern, was super viel Spaß macht, da wir alle wie eine große Familie sind. Außerdem war ich das erste Mal in meinem Leben Rollschuh laufen und habe an Weihnachten die Geschenke morgens um sechs Uhr am 25. Dezember aufgemacht.

Am Nachmittag treibt man in einer High School Sport. Das Angebot ist vielseitig. So habe ich am Anfang meines Jahres Softball (eine Art Baseball) für das Team meiner Schule gespielt und war daher viel unterwegs, denn neben dem täglichen Training, hatten wir fast jedes Wochenende Spiele gegen andere Schulen. Ich war traurig, als die Herbst-Sport Saison im Oktober zu Ende war. Seit Februar habe ich nun mit Leichtathletik angefangen, was zwar tausendmal anstrengender ist als jede andere Sportart, die ich je getrieben habe, aber auch eine weitere tolle Möglichkeit ist, neue Leute kennenzulernen und fit zu bleiben / werden!

Im September fand an meiner Schule der Homecoming Dance, der erste große Tanz des Jahres, statt. Und so langsam werde ich sehr aufgeregt für den Prom, den größten, aufwändigsten und schönsten Tanz, den Abschlussball für die 11. und 12. Klassen. Das ganze Programm wird gestartet: Cinderella Kleid, Date, Limosine. 

Dann ist mein Junior Jahr an der Loveland High School auch schon fast vorbei und damit auch das gesamte Auslandsjahr.

Insgesamt sind die Erfahrungen, die ich machen durfte, ein Jahr lang ein völlig anderes Leben in einem anderen Land, auf einem anderen Kontinent mit einer anderen Kultur zu leben, UNBESCHREIBLICH ! Amerika ist von nun an ein Ort für mich, zu dem ich unbedingt zurückkehren möchte und immer mein zweites Zuhause sein wird. Und so kann ich mich nur dem anschließen, was Julia Römermann in ihrem Artikel vor ein paar Jahren schon geschrieben hat: „Ich habe nun Freunde, eine Familie und ein Zuhause am anderen Ende der Welt!“

Gianna Hormuth.

Der vorletzte Bericht von Arne aus Kanada




Das Jahr 2012 ist noch ganz frisch, und jeder nimmt verschiedene Erfahrungen aus dem letzten Jahr mit. Manche schließen es mit einem Lächeln ab. Andere sind hingegen eher froh, dass es vorbei ist und versuchen, erfolgreicher im Jahr 2012 zu sein. Ich habe das Jahr mit einem positiven Gefühl in Erinnerung, auch wenn mich das Austauschjahr generell viele Nerven gekostet hat. 

Zum Ende des Jahres habe ich noch zwei tolle Erlebnisse gehabt: Einen Kurzurlaub in Whistler und eine Woche Urlaub auf Quadra Island, einer Insel neben Vancouver Island, circa vier Fahrstunden nördlich von Vancouver.

Ende November wurde es jedoch noch ernst. Ich hatte meine erste große Rede auf einer Homestay-Party gehabt. Da der Raum mit ungefähr 150 Zuhörern gefüllt war, bin ich sehr aufgeregt gewesen. Meine Gasteltern waren natürlich dabei und auch einige Lehrer sowie meine Beraterin. Es lief alles nach Plan, das im Power Public Speaking Club Gelernte konnte ich in die Praxis umsetzen. Als alles vorbei war, war mir die Erleichterung wahrscheinlich deutlich anzumerken. 

Auch die Vorbereitung für die Final Exams startete. In dem Unterrichtsfach „Science“ hat die komplette Schule an einem „Science Fair“ Wettbewerb teilgenommen, bei dem jede Gruppe ein ausgewähltes Thema auf einem großen Poster vorstellte. Meine Gruppe wählte das Thema „Rauchen“ und wir testeten den Nikotingehalt von verschiedenen Zigarettenstärken. Das Ergebnis war, dass die Zigarettenstärke nichts ausmacht, solange man nur 10 Zigaretten raucht. Bei einer höheren Anzahl an gerauchten Zigaretten sollten jedoch die starken Zigaretten das meiste Nikotin enthalten. Trotz einem eher schwachen Ergebnis wurde unsere Gruppe als beste der Klasse ausgezeichnet und wir waren mit einem klaren A natürlich sehr zufrieden. Die AP- Final Exams wurden dann am 9. und 12. Dezember geschrieben. Alles, was wir im Unterricht behandelt haben, musste nun gelernt werden und wurde abgefragt. Glücklicherweise hatte ich keine Probleme und konnte meine Noten von den Midterm Exams halten. Ich hatte nur A’s, aber ich war noch im AP-Programm (Englischaufbauprogramm) und nicht im regulären Unterricht. Somit konnte ich mir in einem Punkt sicher sein: Ich würde nächstes Semester in den regulären Unterricht wechseln. Nach den Final Exams wurde es ruhig. Ungefähr 90 % der Schüler sind in den Ferien nach Hause geflogen, um Weihnachten bei ihrer Familie verbringen zu können. Da ich nur zwei Semester hier in Vancouver bleibe, entschied ich mich, nicht nach Hause zu fahren. 

Am 17. Dezember hatte ich dann Geburtstag. Alles startete morgens mit einem gemeinsamen Frühstück. Gemeinsam frühstücken tun Kanadier generell nicht, somit war es etwas Besonderes für meine Gastfamilie. Den vorigen Tag war ich mit meinem Gastvater einkaufen, da das Frühstück deutsch gehalten werden sollte. Wir kauften Leberwurst und Nutella, alles andere war im Haus. Generell unterscheidet sich das Essen hier nicht sehr von dem deutschen. Danach habe ich dann mit vielen Freunden und mit meiner Familie in Deutschland telefoniert. Abends bin ich mit meiner Gastfamilie zu unserer Familienweihnachtsfeier gefahren. Dort ist der Tag dann auf gemütliche Art und Weise ausgeklungen.

An meinem Geburtstag war ich gedanklich schon in Whistler beim Skilaufen. Gestartet wurde am nächsten Morgen um 11 Uhr. Whistler war im letzten Jahr Winterolympia- Standort und ist somit immer total ausgebucht. Wir wohnten für drei Tage in einem sehr schönen Hotel und waren jeden Tag Skilaufen. Whistler hat eine traumvolle Innenstadt und es herrscht eine super Atmosphäre. Jeder ist vom Skilaufen kaputt, aber gleichzeitig in Ferienstimmung und total vom Skilaufen begeistert. Die Weihnachtsdekoration schaffte ein angenehmes Ambiente und verschieden Shows fanden täglich statt. Den ersten Tag Skilaufen war super aufregend. Meine Gastfamilie läuft häufig Ski und ist somit schon sehr professionell. Demnach ist sie auch gleich die härtesten Pisten mit mir runtergedüst.  Lustig fand ich das bis dahin, bis ich sie verloren hatte vor lauter verschiedenen Fahrmöglichkeiten und es zusätzlich auch noch wahnsinnig neblig wurde. Ich konnte keine drei Meter weit gucken und als Nichtkenner der Strecke ist das sehr gefährlich. Außerdem bin ich in Whistler die längste Gondel der Welt gefahren: von der Spitze des einen Berges zu der Spitze des anderen Berges. Sehr beeindruckend, auch wenn ich nicht so der Höhenfan bin. 

Nachdem wir am 21. Dezember aus Whistler wieder zu Hause eintrafen, stand ein Tag Entspannung auf dem Programm, bevor es denn nach Quadra Island ging. Darin, dass Dänschendorf keine Metropole ist, wird mir wahrscheinlich jeder Fehmaraner zustimmen. Quadra Island toppt das jedoch um einiges. Ich war froh, dass wir dort Internetanschluss und einen Supermarkt hatten. Die ganze Insel ist circa drei Mal so groß wie Fehmarn und hat ein Fünftel der Bevölkerung. Somit lebt man mehr oder weniger in der Wildnis. Unser Haus war total urig und höchstwahrscheinlich selbst gebaut. Die Menschen dort leben größtenteils vom Forsten und bauen sich die meisten Sachen selbst. 

Weihnachten haben wir auch auf Quadra verbracht. Die Schwester meines Gastvaters lebte zwei Häuser neben unserem und wir haben täglich etwas zusammen unternommen. Das komischste Ereignis für mich passierte Weihnachten: Als ich mit meiner kanadischen Familie hiken war, hat meine deutsche Familie die Weihnachtsente gegessen. Es hatte in Strömen geregnet und wir sind einen Berg hinauf gewandert. So etwas nenn ich mal abgefahrenes Weihnachten. Nach dem Weihnachts-hiken habe ich meiner Familie und Freunden schöne Weihnachten gewünscht. Abends stand dann ein Essen mit der Familie auf dem Programm, Truthahn gab es jedoch erst am 25. Dezember. Am Morgen des 25. Dezember haben meine Gastfamilie und ich erst gemütlich gefrühstückt, sogar wieder zusammen, und dann haben wir alle unsere Geschenke vorm Kamin ausgepackt. Alle waren gut gelaunt und erfreut wegen der vielen Geschenke. Ansonsten gingen wir viel spazieren oder laufen. Am gruseligsten war es immer, abends auf dem Weg von dem Haus der Tante zu unserem Haus. Dort auf der Insel soll es viele Kugar geben (eine Löwenart) und am Anfang fand ich es sehr interessant. Somit habe ich mit der Familie darüber geredet und Späße gemacht, wie es wäre, wenn wir einen treffen würden. Der Spaß verging mir jedoch auch ziemlich schnell. Als wir abends auf einer Straße total einsam nach Hause gelaufen sind und ich auf viele leuchtende Augen gesehen habe, wusste ich nicht, ob es ein Kugar oder ein Hund war. Alleine die Vorstellung, dass es ein Kugar gewesen sein könnte, fand ich nicht so sehr ermutigend. Am nächsten Abend hat nur noch meine Gastfamilie gespaßt, mir ist der Spaß vergangen. Sie fand es auf jeden Fall so witzig, dass die Todesliste der an Kugar gestorbenen Menschen vorgelesen wurde: Angeblich wurden meistens Babys und niemals Gruppen attackiert. Nichtsdestotrotz haben wir den Weg nach Hause heil überstanden. 

Als wir am 29. Dezember zurückkamen, lief bis zum Schulbeginn (3. Januar) nicht mehr viel. Silvester wird hier in Kanada nicht so groß zelebriert. Ich bin mit meinen Gasteltern um Mitternacht einmal um die Häuser gelaufen und kaum eine Rakete wurde gezündet. Vielleicht war es in der Innenstadt anders, von Weitem schien es aber alles eher ruhig abzulaufen. 

In der Schule habe ich nächstes Semester wieder vier Kurse: Composition 11, Communication 11, Biology 12 und Economics 12. Nun bin ich mehr oder weniger von den leichtesten zu den schwersten Kursen gewechselt. Während Composition und Communications unser Englisch noch weiter verbessert, heißt es in Biologie und Wirtschaft nur noch: Wenn ihr kein Englisch könnt, dann dürft ihr euch verabschieden. Das war eine nette Begrüßung der Lehrer. Den Stoff von Biologie machen wir gerade auch in Deutschland, was mir natürlich total zu Gute kommt. Ich kann genau die gleichen Themen in meinem deutschen Biobuch nachlesen und versuchen zu verstehen. Meine Noten werde ich dadurch nicht halten können, aber es kommt mir hierbei eher auf das Wissen als auf die Noten an. 

Mein Englisch habe ich sicherlich schon verbessert und es ist im Großen und Ganzen sicherlich gut, dennoch ist es nicht so, wie ich es mir vorher vorgestellt habe. Man bekommt mehr Routine, aber so wie ein Kanadier spreche ich noch nicht. Total nervtötend ist mein deutscher Akzent, aber den werde ich in meinem Austauschjahr sowieso nicht mehr wegbekommen. Teilweise schleichen sich bei mir jetzt Fehler in der deutschen Rechtschreibung ein und mein Satzbau ist manchmal so wie im Englischen, ganz amüsant. Das Problem wird sich dann aber in Deutschland von alleine klären. 

Ich bin sehr interessiert an Marketing und volontiere an meiner Schule. Also: Falls einer Interesse an einer International High School hat und mag, was ich so berichte, der kann mich gerne kontaktieren. Ich kann es euch auf jeden Fall ans Herz legen. Es ist super! Der große Pluspunkt an unserer Schule ist, dass wir Schüler aus 34 verschiedenen Ländern haben und alle miteinander lernen. Außerdem haben wir eine gute Atmosphäre in der Schule, weil jeder versucht, möglichst viele Freunde aus der ganzen Welt nach dem Austauschjahr mitzunehmen. Bei Interesse kann ich euch dann noch mehr von der Schule erzählen!

Ich freue mich auch schon wieder auf Zuhause! Man sieht sich Ende April!

Arne

Neues aus Kanada von Arne Decker

Fast ein Viertel Jahr bin ich jetzt schon in Kanada. Seit meinem letztem Bericht fanden drei große Events statt: Thanksgiving, Halloween und Remembrance Day.

An Thanksgiving kam die komplette Familie und wir haben zusammen gegessen. Es gab leckeren Turkey wie an Weihnachten und ich fühlte, dass es ein besonderes Fest war. Alle waren schick gekleidet und haben Geschichten erzählt. Essen beschreibt ziemlich das ganze Wochenende, nur, dass wir zwischen Freitag und Samstag einmal die Häuser zu der Schwester meines Gastvaters gewechselt haben. 

Halloween war etwas ganz Besonderes, da es auch in Kanada ähnlich groß wie in den USA gefeiert wird, also viel intensiver als in Deutschland. Alle Häuser waren geschmückt und viele gingen auf Partys oder haben sich mit Freunden getroffen. So auch ich, am Freitag fand in der Schule ein Halloweendance statt. Es war ziemlich gut und komplett ohne Alkohol. Am Samstag ging es dann mit meiner Familie zur Tanzschule, um eine Aufführung meiner Gastschwester anzusehen. Auch wenn ich vorher von Tanzen nicht sehr begeistert war als Junge, war die Vorführung echt klasse. Es war in Etappen aufgebaut, sodass man von Raum zu Raum gehen konnte und in jedem Raum etwas anderes vorgespielt wurde. Der 31. Oktober war ein Montag, sodass das meiste am Wochenende stattfand und Montag dann nur kurz mit Nachbarn auf der Straße geknallt wurde, damit denn auch alle bösen Geister vertrieben wurden.

Remembrance Day war Donnerstag und wir hatten ein besonderes Assembly in der Schule. Alle trugen eine Blume auf ihren Schuluniformen und es wurden während des Assemblys mehrere Videos von Kriegern gezeigt. Ich hatte die Ehre, als Klassenvertreter eine Kerze auf die Bühne bringen zu dürfen. Außerdem hielt auch ein Offizier eine bewegende Rede von seinem Job und erzählte uns von der Trauer, wenn man einen Freund oder sogar Verwandten im Krieg verliert. 

Hoffentlich komme ich bald dazu, ein Eishockeyspiel anzuschauen, da der Sport hier wirklich populär ist. Außerdem war ich öfter in der Stadt mit Freunden und habe dort auch das erste Mal Sushi gegessen; nicht sehr empfehlenswert muss ich sagen. Kurz vor Weihnachten hat mich meine Familie zu einem Urlaub nach Whistler eingeladen. Das finde ich sehr nett und interessant, da Whistler ein Olympiastandort ist und wir dort auch Skifahren können. Ich habe mich hier schon sehr eingelebt, auch wenn ich nicht anders auf Englisch denke als in Deutschland  oder auf Englisch träume.  Schneien tut es hier noch nicht, das Wetter ähnelt dem Deutschen doch sehr. 

Zweiter Bericht von Arne Decker

Nach circa einem Monat habe ich mich hier doch schon relativ gut eingelebt. Habe jetzt meine AP-Kurse gewechselt und bin auch sehr glücklich darüber. Vorher war ich in AP2 und jetzt bin ich in AP1, die Förderung ist somit größer. Dennoch liegt der Schwerpunkt auf Englisch lernen und nicht auf speziellen Fächern wie Mathematik. Das kommt erst, wenn ich nächstes Semester in den regulären Unterricht wechsele. Vom Schwierigkeitsgrad des Stoffes ist meine Schule mit Sicherheit weiter als die Schulen in den USA, dennoch nicht so schwierig wie in Deutschland. Einigen Unterrichtsstoff, wie ein Referat von „Untersuchung von DNA“, könnte man sicherlich auch bei uns wiederfinden, jedoch merkt man bei den Präsentationen, dass manche noch nicht sehr viel Erfahrungen in freiem Sprechen, Powerpoint oder Ähnlichem haben und wir dabei an unserer Schule doch regelmäßig bei Referaten auf Fehler aufmerksam gemacht werden. Vereinzelt sind auch echt gute Präsentationen dabei, es kommt halt darauf  an, aus welchem Land die Schüler kommen und wie die Schule sie gefördert hat. Im Großen und Ganzen sollten wir im internationalen Vergleich eigentlich sehr gut abschneiden.

Die Woche über hatten wir eine Krebsspendenaktion in der Schule. Dort konnte man für 50 Dollar einen Haarbüschel von einer Lehrkraft oder einer Schülerin abschneiden. Schlussendlich kamen dabei circa 5000 bis 6000 Dollar zusammen und es entstanden fünf Glatzköpfe. Alle hatten Riesenspaß und der Betrag kommt nun den Bedürftigen zugute – eine Superidee und ebenso gute Umsetzung (siehe Fotos).

Was mich ein bisschen nervt, ist, dass wir bei uns in der Schule sehr viele Spanisch sprechende und Chinesisch sprechende Schüler haben und wir drei (!!) Deutschen in der Pause nur 漢字 汉字 oder buenos dias hören. Ich möchte daher auch ein wenig Spanisch lernen. Ich hatte vier Jahre Latein und ich denke, wenn man nicht gerade Doktor oder Richter werden möchte, ist Latein genau dazu da, um Grundkenntnisse von Spanisch, Italienisch oder Französisch zu lernen. Ich hoffe, dass ich danach ein bisschen mehr als nur buenos dias kann.

Der Alltag hier ist ziemlich anstrengend. Ich habe von 8.20 Uhr bis 15.20 Uhr Unterricht und danach entweder meinen Tennis- bzw. Public Speaking (genial)-Kurs  oder ich gehe Zuhause eine Runde laufen, bevor ich dann mit den Hausaufgaben anfangen kann und das Abendprogramm (Essen, deutsche Nachrichten, lesen) beginnen kann. Einen Fernseher haben wir hier nicht. So komisch es sich anhört, aber ich vermisse ihn irgendwie nicht, haben dafür aber einen Beamer, womit wir Filme gucken können.

Am Wochenende geht man in die Stadt und trifft sich dort mit Freunden oder man treibt ein bisschen Sport. Hab bis jetzt schon sechs Kilo abgenommen, hoffe mal die Waage (keine Digital) stimmt hier auch, da ich finde, man sieht es noch nicht sehr (Fotos folgen beim nächsten Mal). Viel lernen tue ich für die Schule hier nicht, eher für die deutsche Schule, da ich mehr Wert darauf lege, in Deutschland ein gutes Abi zu machen als hier ein gutes Zeugnis zu haben, obwohl das Zeugnis hier bestimmt auch nicht so schlecht sein wird. Außerdem skype ich natürlich regelmäßig mit meiner Familie und mit meinen Freunden. Solche Sachen passieren am Wochenende.

Ein Familien- bzw. Nachbarschaftstreffen hatten wir hier auch schon - alle sehr nett und ausländerfreundlich. Wenn man sich trifft, gibt es immer kleine Snacks vorweg, wie Chips (die kanadischen Chips sind anders, eher wie Tortilla- ich liebe sie) oder Quark mit Gemüse. Sonst ähnelt das Essen hier dem Deutschen, nicht so viele neue Sachen.

Bericht von Arne Decker aus Vancouver

Mittlerweile neigt sich die erste Woche schon dem Ende zu und ich muss sagen, dass es sich hier noch gut acht Monate länger aushalten lässt. Meine Gastfamilie ist wirklich sehr, sehr nett und meine Schule scheint soweit auch total cool zu sein. Allgemein: Vancouver ist eine traumhafte Stadt, wunderschön grün und bietet neben Strand und Bergen einfach alles.

Heute war ich mit meiner Familie im Stanley-Park mit dem Fahrrad und es war sehr schön. Wir haben hier zurzeit so um die 22 Grad und Sonne pur. Sport werde ich hier ziemlich oft treiben, nicht nur mit meiner Gastfamilie, sondern auch in der Schule. Gestern haben wir einen 1000 Meter hohen Berg bestiegen, es war anstrengend. In der Schule habe ich Tennis dreimal die Woche als AG gewählt. Wir müssen mindestens eine AG wählen, dürfen aber höchstens drei. Ich habe noch Public Speaking gewählt, das finde ich spannend, und werde vielleicht auch noch Schwimmen nehmen, weiß aber nicht, ob das zu viel wird.

Eine Schuluniform hab ich auch, zuerst fand ich es gut, aber es sind nur wenig Sachen dabei und somit muss immer gewaschen werden. In der Schule war ich bisher von Mittwoch bis Freitag, Orientation-Days. Insgesamt sind über 30 Nationen vertreten, einfach der Wahnsinn. Ich habe in den ersten Tagen auch schon ein paar Freunde gefunden, viele denken, Deutschland besteht nur Wurst und Bier und die einzigen Wörter die ein russischer Freund auf Deutsch kann sind: russische Schweine. Ziemlich hart, aber die meisten sind sehr an dem Zweiten Weltkrieg interessiert. Ich habe gestern Abend „Das Boot“ mit meiner Familie geschaut.

Alles in Allem kann bin ich wirklich sehr zufrieden, mit dem Englisch klappt es auch schon super. Bin jetzt in die 11. Klasse (AP2) eingestuft worden und kann sehr zufrieden damit sein. Ich werde sicher bald weiter berichten...

My “High School Year” in the United States

Überall wird damit geworben, dass es „Das beste Jahr Deines Lebens ist“, ich war schon immer gespannt, ob es wirklich so gut sein wird und kann, deshalb entschied ich mich im Frühjahr 2009 für ein Austauschjahr. Ich war mir jedoch noch nicht sicher, wohin es gehen sollte: Ich war von so vielen Ländern angetan, hatte Lust verschiedene Kulturen kennen zu lernen. Ich fragte viel herum, ob es nun Australien, Japan oder Amerika sein sollte. Schließlich überredeten mich viele meiner Freunde dazu, ein Austauschjahr in den USA zu machen.

Dann ging alles ganz schnell, am 5. August ging mein Austauschjahr los! Nach zehn Stunden Flugzeit kam ich in Portland, Oregon an, wo mich meine Gastfamilie erwartete, mit riesigen, bunten, auffälligen Schildern, auf denen „Welcome to America, Alex“ stand, genau so, wie ich es mir immer vorgestellt hatte.

Erst einmal in meinem neuen Zuhause in Washington angekommen, gab es gleich Barbecue! Später ging ich mit meiner Gastmutter zu meiner High School, meldete mich dort an und wählte meine Kurse aus, die ich haben wollte!

Mein Stundenplan sah wie folgt aus: 1. Französisch, 2. Geography, 3. American Literature, 4. American Government, 5. Japanese, 6. US History, 7. Weight Lifting

Als dann mein erster Schultag kam, war ich sehr aufgeregt, alles war groß, neu, so viele Leute waren dort, ich war jetzt ein Senior (Schüler im Abschlussjahrgang) auf der Kelso High School, einer von 2000 Schülern.

Der Unterricht in den USA war ganz anders, mündliche Mitarbeit wurde so gut wie gar nicht bewertet, dafür wurden jede Woche Tests geschrieben. Aber Schule an sich hat in den USA meiner Meinung nach viel mehr Spaß gemacht, weil man ein sehr viel engeres Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler hatte, dort war der Lehrer für dich auch so etwas wie eine Ansprechperson. Ein ganz toller Moment immer und immer wieder war das „Lunch“, alle versammelten sich in der „Lunch Hall“ und gingen an die typisch runden Tische, es war genau so, wie ich es aus Filmen kannte.

Außerdem war die High School immer etwas ganz Besonderes, weil es so viel „School Spirit“ gab, alle halfen mit, die Schule zu schmücken, zu dekorieren, Vorbereitungen für große Football- oder Baseballgames zu treffen, oder sich einfach nur lustig zu verkleiden, während der „Spirit Week“. Man konnte viel Patriotismus bei den Amerikanern sehen, viele waren sehr stolz auf ihr Vaterland.

Aber natürlich gab es für mich auch ein Leben außerhalb der Schule, ich hatte das Glück, in eine Familie gekommen zu sein, die mir viel von den USA gezeigt hat. Mein erster großer Ausflug ging nach San Francisco im November, es war wirklich wunderbar, all das zu sehen, was man schon oft im Fernsehen gesehen hat. Während der Weihnachtsferien ging ich dann in die Berge nach Idaho und Montana, um meine „Gastoma“ zu besuchen.

Der absolute Höhepunkt meines Jahres war definitiv Hawaii im Januar! Ich kann mit Sicherheit sagen, dass diese Woche dort auf O’ahu die beste meines Lebens war! Ich habe noch nie so viel Erstaunliches, Wunderbares gesehen wie dort! Und außerdem war es sehr schön, dass ich mit ganz vielen anderen Austauschschülern gereist bin, die aus allen möglichen Teilen der Welt kamen. Jetzt kann ich zum Beispiel sagen, dass ich Freunde aus Japan, Italien, Neuseeland oder auch Chile habe!

In der „Spring Break“ ging ich dann nach LA, Hollywood, San Diego und auch nach Malibu, wo meine Gastmutter aufgewachsen ist und die mir deshalb diese Region sehr genau zeigen konnte. Es war ein echter Traum.

Mein letzter großer Trip ging nach Vancouver, Kanada, dort erlebte ich nochmals eine etwas andere Kultur, einen anderen Akzent und sehr freundliche Leute.

Das Jahr ging viel zu schnell herum, die Amis sind wirklich liebenswert, höflich und freundlich. Ich bin froh, eine zweite Familie auf der anderen Seite Amerikas zu haben, zu der ich immer kommen kann und bei der ich immer willkommen bin.

Ich kann wirklich jedem ein Austauschjahr ans Herz legen, ihr müsst dabei nicht immer in die USA gehen, wenn ihr nicht wirklich wollt! Hört auf das, was euer Verstand sagt und was IHR wirklich wollt, und nicht auf das, was andere sagen!

Das Jahr in den USA hat mich wirklich verändert, einerseits kann ich jetzt natürlich Englisch sprechen und auch gut verstehen, andererseits habe ich mehr Gefühl für Toleranz und andere Kulturen entwickelt. Amerika war definitiv ein unvergessliches Jahr, das mir in meinem Leben sicherlich noch sehr nützlich sein wird.

Alex Ludewig

Mitt år i Norge - Mein Jahr in Norwegen

„Du fährst nach Norwegen? Was willst du denn da?“ – Das war wahrscheinlich die häufigste Reaktion, die ich vor einem Jahr bekam, wenn ich erzählte, dass ich ein Austauschjahr in Norwegen verbringen würde. Doch warum muss es denn immer Amerika sein? Beim Austauschjahr geht es um den kulturellen Austausch und um die Erfahrungen, die man sammelt, wenn man längere Zeit in einer neuen Umgebung, einer neuen Familie, einer neuen Schule, mit neuen Freunden und einer ganz anderen Sprache verbringt. Und das kann man in jedem Land!

In dem letzten Jahr habe ich so unglaublich viel gelernt über die norwegische Kultur und auch über mich selbst. Es war eine tolle Zeit, geprägt von viel Spaß, Reisen und tollen Menschen und die Zeit schien vorbei zu rasen. Ich hatte eine tolle Familie und habe viele nette und lustige Menschen von überall auf der Welt kennen gelernt, die ich hoffentlich oft wieder besuchen werde, schließlich ist es ja nicht so weit nach Skandinavien.

Doch obwohl Norwegen auf der Karte gar nicht so weit weg scheint, gibt es einige Unterschiede und so kam es oft zu lustigen Missverständnissen. Es sind eben die kleinen Dinge, die Erlebnisse unvergesslich machen.

Besonders die Schule war völlig anders. Ich besuchte die 1. Klasse einer Videregående Skole, also eine Oberstufenschule, und jeder Schüler bekam von der Schule seinen eigenen Lap-Top und wirklich alles wurde am Computer erledigt, sogar Arbeiten wurden am PC geschrieben und Hausaufgaben im schuleigenen Internetportal hochgeladen. Außerdem wurden alle Lehrer geduzt, was erst sehr ungewohnt war. Auch bezüglich der Notengebung kam es oft zu Missverständnissen, da die Norweger zwar auch die Zensuren von 1 bis 6 benutzen, aber genau anders herum. So haben sich meine Freunde und Eltern zu Hause oft gewundert, warum ich mich denn über eine 5 oder 6 in der Klassenarbeit so freuen würde.

Doch es war gerade ein schönes Gefühl, wenn man irgendwann merkte, dass man die Dinge, die man am Anfang noch als merkwürdig empfunden hat, plötzlich als ganz normal ansieht. Auf einmal sind Fisch und Elch das Lieblingsessen, man läuft bei -25 Grad mit Strumpfhose herum und geht ausschließlich in Jogginghose zur Schule.

Mit der Sprache hatte ich keine Probleme, da fast alle sehr gut Englisch sprachen und meine Klassenlehrerin deutsch unterrichtete und mir notfalls alles dreimal erklärt hat. Nach ungefähr drei Monaten hatte ich mich dann so weit eingelebt, dass ich nur noch norwegisch gesprochen habe.

Alles in allem waren es tolle Erfahrungen, die mir keiner mehr nehmen kann, wie das Übernachten in einer Höhle im Schnee oder eine Reise durch ganz Norwegen von Süd bis Nord am Ende des Jahres und ich kann jedem empfehlen selbst auch ein Jahr im Ausland zu verbringen, ob es nun in Amerika ist oder in Norwegen oder irgendwo ganz anders! 

Takk for meg!

Anna Köneke

Mein Auslandsjahr in den USA

von Miriam Köll

Am 18.08.09 ging ein großer Traum von mir in Erfüllung und eine damit verbundene lange Reise. Mein Auslandsjahr sollte beginnen. Ich war sehr aufgeregt, aber es war sehr schwer meiner Familie 'Tschüss' zu sagen und das für ein ganzes Jahr. 

Mein erstes Ziel war New York City. Dort blieb ich drei Tage mit vielen anderen Austauschschülern von unterschiedlichen Organisationen. Wir lernten New York ein wenig besser kennen und bereiteten uns noch einmal auf unser Abenteuer vor und dann ging es endlich zu meiner Gastfamilie. Ich flog zum Glück nicht alleine, denn noch zwei andere Mädchen flogen mit mir nach Denver, Colorado. Ich kannte meine Gastfamilie noch nicht, da ich sie erst vier Tage bevor es losging, zugeteilt bekam.

Meine Gasteltern waren beide Lehrer und konnten mich so leider nicht vom Flughafen abholen, was alles noch ein wenig aufregender machte. Jeder Austauschschüler hat einen Local Coordinator in seiner näheren Umgebung, der für uns da sein sollte. Mein Local Coordinator war auch die Person, die mich vom Flughafen abholte. Noch am selben Tag fuhren wir zu meiner neuen Schule, um mich anzumelden. 

Nach dem Wochenende sollte die Schule dann anfangen. Morgens und nachmittags fuhr ich natürlich mit dem typischen gelben Bus :). Die Schule ist das genaue Gegenteil, von dem was wir hier in Deutschland kennen. Ich hatte viele 'typisch amerikanische' Momente, zum Beispiel bei den Footballspielen mit all den Cheerleadern oder beim Lunch mit den typischen Gruppentischen. Was mir besonders an der Schule gefiel, war die Identifizierung mit einer Schule, besonders im Sport. Der Sport war sehr zeitaufwendig, aber der Spaß kam nie zu kurz. Ich lernte viele nette Leute kennen, die mir das Heimweh manchmal leichter machten.

Ich versuchte in kürzester Zeit so viel wie möglich von Amerika zu sehen. Zumindest einige Teile konnte ich abhaken :). Ich fuhr über Weihnachten nach San Antonio (Texas), dann ging es nach San Diego (Kalifornien) weiter. Ich lernte durch diese Reisen sehr viel über die USA und war froh, die Möglichkeiten gehabt zu haben. Im April ging es dann noch einmal nach New York mit einer Gruppe von Austauschschülern, die alle in meinem Umkreis lebten. 

Meine Gasteltern versuchten mir so viel wie möglich zu ermöglichen und unterstützen mich in jeder Lage. Auch als ich Besuch von meinem Bruder bekam, stellten sie sich nicht quer, sondern unterstützten mich auch hier. 

Meine Gastfamilie war eine große Hilfe und ich hab sie sehr lieb gewonnen. Natürlich gab es auch Tage, an denen ich am liebsten in Deutschland gewesen wäre und mir wünschte, nie nach Amerika gegangen zu sein, aber im Großen und Ganzen bereue ich meine Entscheidung nicht.

Ich habe so viele Menschen und Kulturen kennengelernt. Meine Gastfamilie vermisse ich sehr und ich bin froh, dass sie ein Teil meines Lebens sind. Ich würde jederzeit noch ein Auslandsjahr machen und würde es jedem raten, der die Möglichkeit dazu hat. 

Mein Austauschjahr in den USA

Ein Jahr ins Ausland gehen, eine andere Sprache sprechen, mit einer Familie leben, die man noch nie getroffen hat, Traditionen verfolgen, von denen man noch nie etwas gehört hat, und Essen ausprobieren, das man womöglich nicht mag – hört sich ganz schön verrückt an, aber auch vielversprechend und verlockend.

Von meinem Austauschjahr in Portland, Oregon, konnte ich nur positive Erinnerungen wieder mit nach Fehmarn nehmen. Ich hatte eine wunderbare Familie mit zwei kleinen Kindern, für die ich die große vorbildliche Schwester geworden bin und war auf einer riesigen High School mit 3000 Schülern, wo ich schnell Anschluss und gute Freunde gefunden habe.

Einmal auf einer amerikanischen Schule gewesen zu sein, ist wirklich etwas Besonderes. Diesen Spirit fühlt man nirgendwo anders. Schon im September wurde ich zu jedem Footballgame meiner Schule mitgenommen und feuerte mit aller Energie die Wildcats an.

Die USA sind nicht nur groß, sie machen auch alles riesig. Jeder Feiertag wird bis aufs Letzte ausgelebt. Halloween kommen die Schüler in Kostümen zur Schule und selbst Teenager ziehen von Haus zu Haus, um ihre Eimer mit Süßigkeiten zu füllen und diese gleich danach auf einer großen Party zu vernaschen. Alle Häuser sind passend zum Feiertag dekoriert und die Familien fangen schon Mitte November an, das ganze Haus in ein Lebkuchenhäuschen zu verwandeln.

Wenn man schon mal in den United States ist, dann muss man auch so viel sehen und erleben, wie’s geht. Ich hatte das Glück, sogar nach Hawaii fliegen zu können und neben einer Pearl Harbor Besichtigung auch das Wellenreiten am Waikiki Beach mit anderen Austauschschülern lernen zu können. Außerdem konnte ich Hollywood, San Francisco und Seattle erkundschaften, wo ich so viel gesehen habe, wie ich es mir nie hätte erträumen können. In Vancouver in Kanada war ich sogar auch noch für ein paar Tage.

Die meisten Schüler machen ein Austauschjahr, um eine andere Sprache fließend zu lernen, aber ich muss sagen, dass die Sprache das ist, wovon ich am wenigsten wieder mitgenommen habe. Über Religion und andere Traditionen habe ich viel mehr gelernt. Ich habe Freunde aus aller Welt gefunden, auf deren Besuch ich mich schon jetzt freue, und ich weiß, ich habe eine zweite Familie am anderen Ende des Atlantiks, bei der ich immer willkommen bin.

Julia Römermann

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