Diversität in der Schule
LGBTIQ+ und Diversität an der Inselschule Fehmarn
Die Inselschule Fehmarn ist eine diverse Schule. Aber was heißt „divers“? „diversus“ kommt aus dem Lateinischen und heißt „verschieden“. An der ISF verbringen ganz verschiedene Menschen ihre Zeit miteinander.
Wir sind eine internationale Schule
Wir haben Schülerinnen und Schüler, die selbst oder deren Eltern aus fast 20 Ländern kommen. Ein paar Beispiele: Vietnam, Sri Lanka, Syrien, Russland, Ukraine, Polen, Philippinen, Afghanistan, Tunesien, Griechenland, Israel, Kurdistan, Irak, Kenia, Costa Rica.
Wir sind eine Schule mit vielen Religionen
Weil wir so viele Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern haben, haben wir auch viele Religionen vertreten: Christentum, Islam, Judentum, Buddhismus, Hinduismus und auch kleinere Religionen wie die jezidische Religion.
Und wir sind eine LGBTIQ+-Schule
Was bedeutet diese Abkürzung?
- L steht für lesbisch, d.h. Mädchen suchen sexuelle oder Liebesbeziehungen zu anderen Mädchen.
- G steht für das englische „gay“ (schwul), d.h. Jungen suchen sexuelle oder Liebesbeziehungen zu anderen Jungen.
- B steht für bisexuell, d.h. man steht auf Menschen beiderlei Geschlechts.
- T steht für Transgender. Transgender-Menschen haben eine Geschlechtsidentität, die sich von ihrem körperlichen Geschlecht unterscheidet. Ein Mädchen in einem Jungenkörper. Ein Junge in einem Mädchenkörper.
- I steht für intersexuell. Intersexuelle Meschen haben auch körperlich Merkmale beider Geschlechter. Es kann sein, dass der äußere Körper männlich ist, aber im Inneren weibliche Organe existieren, wie z.B. eine Gebärmutter.
- Q steht für queer. Queere Menschen möchten sich nicht einordnen. Sie wissen nur, dass sie nicht ganz heterosexuell sind.
- + steht für alles andere. Es gibt Menschen, für die sind schlicht alle Menschen mögliche Liebespartner, ob sie heterosexuell, schwul, lesbisch, transgender oder etwas anderes sind.
Wie viele LGBTIQ+-Menschen gibt es denn überhaupt?
Seit einigen Jahren wird in Umfragen öfter gefragt, ob die Menschen sich zu LGBTIQ+ zählen würden. In Deutschland sind es ca. 11%, die das ankreuzen. In Japan sind es nur 5%. In Brasilien sind es sogar 15%. Das bedeutet nicht, dass in verschiedenen Ländern unterschiedlich viele LGBTIQ+-Menschen leben. Viele haben heute immer noch Angst, dies öffentlich zu sagen. Und in Ländern, in denen schwule, lesbische oder Transgender-Menschen nicht akzeptiert sind, trauen sich die Menschen oft nicht, dies zu schreiben.
Man kann davon ausgehen, dass in Deutschland ca. 11-15% der Menschen LGBTIQ+ sind. An der Inselschule wären dies 2-3 Schülerinnen und Schüler pro Klasse.
Sind LGBTIQ+-Menschen sichtbar an der Inselschule?
An unserer Schule sind überdurchschnittliche viele Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler als LGBTIQ+ „geoutet“. Das heißt: Sie machen ihre Geschlechtsidentität oder ihre sexuelle Orientierung offen. Die meisten Schülerinnen und Schüler kennen eine Person, die offen LGBTIQ+ ist und gehen nach meiner Erfahrung sehr gelassen mit diesem Thema um.
Was soll ist tun, wenn ich merke, dass ich LGBTIQ+ bin?
Soll ich mich outen?Ob und wann man sich als schwul, lesbisch oder trans outet, das muss jeder Mensch für sich entscheiden. Da kann niemand einen Rat geben. An der ISF haben sich viele Schülerinnen und Schüler geoutet, manche ganz locker im Nebensatz, manche mit viel Angst. Durchgehend machen sie aber die Erfahrung, dass die allermeisten Menschen sich freuen, wenn jemand zu dem steht, wer er oder sie ist. Niemand sollte dies ganz allein mit sich ausmachen.
Wenn ich noch Fragen habe
Vielleicht bist du dir unsicher, was deine Geschlechtsidentität oder deine sexuelle Orientierung angeht.
Vielleicht kennst du eine Person, bei der du vermutest, sie könnte schwul, lesbisch oder transgender sein, und du machst dir Sorgen.
Und vielleicht hast du einfach Fragen zum Thema, weil du was nicht verstanden hast.
In diesen Fällen kannst du dich an Marcel und Sabrina von der Sozialarbeit oder auch an mich als LGBTIQ+-Beauftragten wenden. Es ist sicher gut, wenn eine Person, der du vertraust, weiß, wer du bist. Das kann auch ein guter Freund oder eine gute Freundin sein. Sowohl die Schulsozialarbeit als auch ich stehen unter der Verschwiegenheitspflicht.
Du kannst jederzeit über das Sekretariat oder per Mail Kontakt mit mir als LGBTIQ+-Beauftragtem Kontakt aufnehmen (udo.wolf@inselschule-fehmarn.org) oder mich auch einfach nach der Unterrichtsstunde oder in einer Pause ansprechen.
Udo Wolf
(LGBTIQ+-Beauftragter)
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